
Fahnen im Siebdruck
Wie die Farbe auf die Fahne kommt...
Kurz gesagt - traditionell im Siebdruckverfahren, auf speziell für diese Anwendung entwickelten, hochmodernen Maschinen.
1. Nachdem der Entwurf von Ihnen freigegeben wurde, erfolgt vollautomatisch die Filmerstellung zur Projektion.
2. Die in der Größe passenden Druckschablonen (max. Druckformat 200 x 500 cm) werden ansatzfrei mit einer speziellen Fotoemulsion maschinell beschichtet.
3. Parallel erstellt der Farbmisch-Computer die benötigten Druckfarben in der richtigen Menge.
4. Nach der Schablonenbelichtung oder Direktkopie werden die Drucksiebe entwickelt.
5. Beim nachfolgenden Druckgang werden bis zu 9 Farben in einem Arbeitsgang passergenau naß in naß gedruckt.
6. Im gasbeheizten Trockner werden anschliessend die Stoffbahnen vorgetrocknet und auf Rollen gewickelt.
7. Im Dämpfprozeß (chemischer Dampf- oder Durchdruck) werden die aufgetragenen Farbstoffe bis zur vollen Brillanz und Leuchtkraft entwickelt und wetterfest fixiert.
8. Im Arbeitsgang Ausrüstung werden die nicht fixierten überschüssigen Farbstoffe ausgewaschen und der bedruckte Fahnenstoff gegen schnelles Anschmutzen sowie gegen statische Aufladung ausgerüstet. Die Stoffbahnen werden auf Format gespannt, getrocknet und auf Rollen gewickelt.
9. Abtrennung der Einzelfahnen von den Stoffbahnen und gebrauchsfertige Ver-arbeitung - je nach Auflage einzeln von Hand oder automatisch durch die Fahnen-Nähanlage. . . . und zum Schluß Anriegeln von Karabinerhaken oder alternativen Befestigungsteilen.

Informationen für den Produktioner
1. Schriften
Bei der Wiedergabe von Schriften im Fahnendruck sind einige Details zu berücksichtigen.

Volltondruck von Schriften
Beim Vollton-Druck besteht generell das Problem des Farb-Zuwachses von 1-2 mm. Gerade die Wiedergabe von Serifen bei Antiqua-Schriften, sowie von dünnen Grotesk-Schriften in kleinen Größen leidet am stärksten darunter. Achten Sie also auf möglichst großzügige Schriftgrößen. Serifen und schmale Schriften können mit einer Konturlinie verstärkt werden. Die Versalhöhe sollte mindestens 15 mm im Original-Maßstab betragen.

Rasterdruck von Schriften
Im Prinzip gelten auch hier dieselben Kriterien, aber zusätzlich treten mit den im Rasterdruck verwendeten Rasterweiten von 3 bis max. 13 Punkte/cm auch noch Probleme mit der Kantenschärfe auf. Hier sollte dann am Besten mit einer Kontur um die Schrift gearbeitet werden.
2. Linien
Bei der Wiedergabe von Linienstärken muß ein Farbzuwachs von 10 - 15 % berücksichtigt werden. Wichtig ist, daß die Linien nicht zu dünn sind, denn sonst kann es passieren, daß aus einer geraden Linie eine Wellenlinie wird. Noch dazu, wenn diese nicht in 90°, sondern unterschiedlich diagonal und nicht in Rakel-Richtung laufen. Die positive Linienstärke sollte im Original-Maßstab mind. 2-3 mm betragen, negativ sollte sie etwas stärker sein.

Bitte beachten Sie bei linierten Flächen bzw. Linien allgemein den Zuwachs. Im Rasterdruck bitte eine positive Linienstärke von 4 mm im Original-Maßstab nicht unterschreiten, negativ mindestens 5-6 mm.
3. Strichabbildungen
Strichabbildungen sind nur als Vektorgrafik verwendbar (z.B. aus Illustrator, FreeHand, CorelDraw). Keine Strich-Tiff oder -BMP verwenden, da sonst bei der Vergrößerung die Darstellung so gepixelt ist, daß die Qualität unbrauchbar wird. Für diesen Fall vektorisieren Sie bitte generell Ihre Strichscans (z.B. mit Adobe Streamline o. ä.). Außerdem ist es uns nur so möglich nachträglich notwendige Änderungen wie Überfüllung, Konturierung etc. am Objekt vornehmen zu können.

Als Beispiel:
Platzierte Bilder (Strichscans), die nicht vektorisiert sind, erscheinen in der Darstellung eher gepixelt und haben keine Ankerpunkte, sondern nur eine Umrahmung.
Vektorgrafiken hingegen zeigen die einzelnen Vektor- bzw. Ankerpunkte an.

Tipp:
Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob die Abbildung ein Pixelbild oder eine Vektorgrafik ist, aktivieren Sie in Ihrem Programm den Umrissmodus. Dabei erscheint das Pixelbild nur als leerer Rahmen im Gegensatz zur Vektorgrafik.
Rasterfahnen besonders brillante Qualität erfordert besondere Voraussetzungen:
Mit moderner Computertechnik können Rasterfahnen mit vielfarbigen Darstellungen und Farbverläufen im Vierfarbsatz nach Euroskala (CYMK-Farbsystem) gedruckt werden. Hierzu sind jedoch bestimmte Voraussetzungen nötig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
1. Ein Qualitätsdia oder Ektachrome, welches im Trommelscanner gelesen und bearbeitet werden kann.
2. Wenn Sie fertig optimierte Bild-Daten anliefern, benötigen wir eine Auflösung von 720 dpi bei einer Bildgröße von 1:10 im CMYK-Modus. Bei abfallenden Motiven bitte Zugaben berücksichtigen (siehe Punkt 7). Verwenden Sie bitte nur Standardscans, keine unbunt aufgebauten UCR/GCR Dateien. Dias sollten in jedem Fall auf einem Trommelscanner gesannt worden sein. Bei Photoshop-Composing-Dateien bitte auch die dazugehörende, offene psd-Datei inklusive Ebenen und Pfaden mitliefern. Bitte in Photoshop-Dateien keine Schriften oder Strichdarstellungen verwenden.
3. Für den weitgehend farbgetreuen Druck benötigen wir ein Proof oder einen Andruck. Ist nichts vorhanden, fertigen wir für Sie zu Selbst-kosten einen an. Nach Zusendung und Prüfung einer Kopie erfolgt durch Sie die Freigabe. Je nach Stoffart kann sich die Farbe gegenüber dem Original leicht verändern, daher empfehlen wir, vor Produktionsbeginn, zusätzlich einen Andruck auf dem gewünschtem Stoff.

4. Um kontrastreiche Drucke bei gutem Durchdruck zu erzielen, arbeiten wir mit Rasterweiten von 3,5 bis 13 Punkte/cm je nach Motiv und Grundmaterial (Ausnahme: Tischbanner und Tischwimpel werden im 54er Raster gedruckt). Hier kommen wir auch zu den qualitativen Einschränkungen des reinen Vierfarbsatzes nach Euroskala. Befinden sich auf Ihrem vierfarbigen Entwurf Elemente wie Firmenschriftzüge, dünne Schriften oder Linien, dann kann durch den groben Raster die Darstellung nicht den hohen qualitativen Vorstellungen gerecht werden, d.h. Linien haben keine Kantenschärfe, kleinere Farbflächen erzielen nicht den optischen Ton wie vorgesehen etc. Hier sollten und müssen dann Sonderfarben zusätzlich zum Einsatz kommen.
5. Bei Verwendung von Verlaufsrastern (z.B. von hell nach dunkel) können Rasterwerte von 10 - 100 % verwendet werden.
6. Zusatzfarben im Rasterdruck sind möglich und werden in Strichumsetzung gedruckt. Alle Farbstellungen sind denkbar. Bitte unbedingt beachten: Jede Zusatzfarbe zählt als Extrafarbe.
7. Bei abfallenden Motiven wird über das Endformat hinausgedruckt, darum sind folgende Beschnitt-zugaben im Maßstab 1:10 zu beachten: Umlaufende Beschnitt-Zugabe: 3 mm Hohlsaum-Zugabe bei Dekobanner und Bannerfahne: oben und unter je 10 cm
Die wichigen Hinweise für die Datenaufbereitung können Sie auch als PDF hier downloaden:
Print-Leitfaden für die richtige Datenaufbereitung für den Fahnendruck
